Kategorie: Leben

Leben und leben lassen: Betrachtungen und Beobachtungen sowie Anregungen und Tipps für ein spannendes und entspanntes Stadtleben in Stuttgart

Frisches Gemüse für Kessel-Gärtner

Einerseits zieht es immer mehr Menschen zum Leben in die Großstadt. Andererseits wächst gerade bei diesen Leuten die Sehnsucht nach Natur und einem bewussten und ökologischen Lebensstil. Bio-Supermärkte und Feinkost-Läden eröffnen an jeder Ecke, auch der gute alte Wochenmarkt hat sich in vielen Stadtteilen bestens etabliert. Klar, der Geschmack ist das eine. Wer aber wirklich wissen will, woher sein Obst und Gemüse kommt und sicher gehen will, dass keine Schad- und Konservierungsstoffe den Genuss trüben, kommt nicht umher, seine eigenen Produkte anzubauen.

meine ernteDoch nicht jeder möchte sich dabei längerfristig an ein eigenes Gartengrundstück binden, ganz abgesehen vom erforderlichen Geld oder Zeitaufwand. Auch die Welt der Kleingärtner ist nicht unbedingt jedermanns Sache.
Eine einfache, preiswerte und flexible Lösung zum Anbau eigener Produkte gibt es allerdings seit kurzem mit “meine-ernte”. Hier werden Kleine Gemüsegärten in Stadtnähe ambitionierten Großstadtgärtnern zum Mieten und Bewirtschaften angeboten. Die bereits mit mehr als 20 verschiedenen Gemüsesorten fachmännisch vor-bepflanzten Beete werden durch die Mieter gepflegt, geerntet und nachgesät. Da die Gärten saisonweise (Mai bis November) gemietet werden können, ist dafür auch keine längerfristige Bindung notwendig.

Angeblich können dabei auch absolute Garten-Laien in den Genuss selbst angebauter Bohnen, Erbsen oder Kartoffeln kommen. Auch ist es laut Anbieter je nach Haushalts- und Gartengröße durchaus möglich, den kompletten Gemüsebedarf für eine Saison zu decken. Die Zeit, die für Gießen und Jäten wöchentlich mindestens aufgewendet werden sollte, liegt bei 2 Stunden. Für alles weitere, wie Gartengeräte, Bewässerungsmöglichen und die notwendigen Infos kümmert sich das Team von meine-ernte.

Das Angebot gibt es mittlerweile in zahlreichen deutschen Städten. Von Anfang Mai können auch die Kessel-Bewohner in den Genuss eines eigenen Gemüsegartens kommen. Aktuell befinden sich dafür in Stuttgart zwei Standorte: Der Hof Sperling in Mühlhausen sowie der Landwirt Klaus Brodbeck im Stadtteil Möhringen (letzteres jedoch aktuell ausgebucht) stellen die Anbauflächen für die Stuttgarter Hobby-Gärtner zur Verfügung.

Aktuelle Infoveranstaltungen zu meine-ernte in Stuttgart:

S-Möhringen
Mittwoch, 28. März 2012 um 19:00 Uhr
Bauer Klaus, Lohäckerstraße 18, Stuttgart

S-Mühlhausen
Donnerstag, 29. März 2012 um 19:00 Uhr
Hof Sperling, Hofsträßle 40, Stuttgart

Weiter Infos unter www.meine-ernte.de.

Die Kirche mit der stumpfen Spitze

Johanneskirche am FeuerseeHeute hatte ich es mit einer Kollegin von der Feuerseekirche (heißt eigentlich Johanniskirche am Feuersee). Sie wurde mal gefragt, warum der Kirchturm keine Spitze habe. keine Spitze? Ich sehe die Kirche gefühlte 10 mal die Woche, so ganz bewusst war mir das aber auch noch nicht. Das habe ich zum Anlass genommen, mehr über dieses “stumpfe”, wenn auch recht schöne Bauwerk im Stuttgarter Westen zu erfahren.

Die Johanneskirche wurde 1865 – 1876 durch den Oberbaurat Christian Friedrich von Leins im neugotischen Stil erbaut. Notwendig wurde der Bau der Kirche durch das Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhun. Sie ist Stuttgarts erster Kirchenneubau nach der Reformation und gilt als eines der zentralen Gebäude der Kirchenbaukunst des 19. Jahrhunderts. Der Turm war ursprünglich 66 m hoch, allerdings wurde er, wie auch der Kirchenraum, durch Bombenangriffe in den Jahren 1943 und 1944 schwer zerstört.

Das besondere ist sicherlich auch die Lage des Bauwerks: Der Chor liegt auf einer Halbinsel im Feuersee. Der Turm markiert zudem den Beginn der ehemaligen Prachtallee Johannesstraße. Die Turmspitze wurde wohl aus finanziellen Gründen nicht mehr hergestellt, gleichzeitig gilt die “Kirche ohne Spitze” heute auch als Mahnmal gegen den krieg.

Neben regulären Gottesdiensten finden können in der Johanneskirche gelegentlich auch Konzerte erlebt werden (http://www.johannesgemeinde-stuttgart.de/cms/startseite/musik-in-der-kirche/konzerte/). Schön ist auch der Platz drumherum, wo am Ufer des ehemaligen Feuerlöschteichs Feuersee regelmäßig Flohmärkte und sonstige Veranstaltungen stattfinden.

Johanniskirche Stuttgart 1900

Wünschen würde ich mir übrigens endlich ein kleines Ufercafé im Bereich des Toilettenhäuschens. Ansätze gab es bereits vor zwei Jahren, aber das scheiterte wohl bisher an amtlichen Hürden. Wisst ihr eigentlich, dass in der benachbarten Kneipe “Rote Kapelle” mit dem “Roten Küster” ein Bier erhältlich ist, welches exklusiv für diesen Laden durch die Böblinger Schönbuchbrauerei gebraut wird und dessen 400 Jahre alte Rezept im Jahre 2000 dort bei Renovierungsarbeiten entdeckt wurde?

Radfahren in Stuttgart – eine Bestandsaufnahme

Mit dem Fahrrad durch Stuttgart – umweltfreundlich aber nicht immer einfach. Radstreifen, die einfach aufhören, Straßen, die für Fahrradfahrer gesperrt sind, enge und zugleich zugeparkte Straßen und nicht zuletzt rücksichts- und verständnislose Autofahrer machen einem das Radler-Leben im Kessel nicht einfach.

Wie Betroffene die Lage einschätzen, gibt es in der aktuellen Broschüre “Radverkehr vor Ort” des  ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) nachzulesen. Anhand einzelner Positiv- und Negativbeispiele wird die Radverkehrs-Situation in Stuttgart ”aus subjektiver Sicht von Alltagsradfahrern” beleuchtet. Die Reihe „Radverkehr vor Ort“ wendet sich laut ADFC an politische Entscheidungsträger, Verkehrsplaner und interes­sierte Radfahrer und erhebt keinen An­spruch auf Vollständigkeit. Trotzdem ist es schön zu sehen, dass sich in dieser Hinsicht gelegentlich was tut, wenn auch in kleinen Schritten. Allerdings gibt es noch ein bedeutendes Hindernis auf dem Weg zu einem absolut fahrradfreundlichen Stuttgart: Die topografische Lage.

Die Broschüre gibt es übrigens auch für weitere Orte im Umkreis, z.B. Esslingen, Filderstadt oder Leonberg.

Hier das Werk zum Download: http://www.adfc-bw.de/fileadmin/dateien/Landesverband/Texte/Radverkehr-vor-Ort/Stuttgart.pdf

 

Flohmärkte in Stuttgart

Ramsch und Raritäten: Hier ein aktueller Überblick über Flohmärkte und Flohmarkttermine in Stuttgart und Umgebung.

flohmärkte in stuttgart

Flohmarkt Karlsplatz
Wöchentlicher Markt mit schöner Atmosphöre unter Bäumen am Karlsplatz.
Karlsplatz, 70178 Stuttgart
+49 711 48041304
http://www.flohmarkt-karlsplatz.de/Termine: Jeden Samstag von 08:00-16:00 Uhr

Großer Frühjahrs- und Herbstflohmarkt
Zweimal im Jahr verwandelt sich die Innenstadt zwischen Schiller-, Karls- und Rathausplatz in einen großen Trödelbasar. Sehr empfehlenswert aber immer auch sehr voll.
Innenstadt, Stuttgart
+49 711 48041304
http://www.flohmarkt-karlsplatz.de/index.php/flohmarkt-fruehjahrherbst.htmlTermine:
Frühjahrsflohmarkt am Sonntag, 20.05.2011, 10:00-18:00 Uhr
Herbstflohmarkt am Sonntag, 16.09.2010, 11:00-18:00 Uhr

Flohmarkt Feuersee
Netter Flohmarkt am Feuersee im Westen mit schöner Kulisse rund um die Feuerseekirche.
Feuerseeplatz, 70176 Stuttgart
+49 7132 157853
http://www.agenturwalter.com
Termine: In der Regel montlich Samstags, 09:00-16:00 Uhr, s. http://www.agenturwalter.com/vst.php?p=1


Flohmarkt Universität Stuttgart-Stadtmitte
Kleiner Flohmarkt unter schattigen Bäumen am Stadtgarten an der Universität.
Schellingstraße, Stuttgart-Mitte
+49 7132 157853
http://www.agenturwalter.com
Termine: In der Regel montlich Samstags, s. http://www.agenturwalter.com/vst.php?p=1

Flohmarkt Universität Vaihingen
Der große Trödelmarkt auf dem Parkplatz der Uni Vaihingen mit vorwiegend privatem Verkauf macht das eine oder andere Schnäppchen für Haushalt oder Freizeit möglich.
Pfaffenwaldring, 70569 Stuttgart
+49 7147 13399
http://www.timke-flohmarkt.de
Termine unter http://www.timke-flohmarkt.de/Markttermine.19178.html

Weitere gelegentliche Flohmärkte:

Weitere Flohmärkte Agentur Timke
Termine unter http://www.timke-flohmarkt.de/Markttermine.19178.html

Flohmarkt Cannstatter Wasen
Parkplatz P9 (Stadion), Stuttgart
http://www.agenturwalter.com/vst.php?p=1

Eine Übersicht von Flohmarktterminen in und um Stuttgart findet sich auch unter
http://www.flohmarkt-uebersicht.de/index.php
http://termine.krencky24.de/troedelmarkt-flohmarkt_plzgebiet_70.html
http://veranstaltungen.meinestadt.de/stuttgart/maerkte/flohmarkt-troedelmarkt

Straßenmusik in Stuttgart

So, nun weiß ich das endlich auch mal. Es gibt auch in Stuttgart Regeln für Straßenmusik. Außerdem weiß ich, dass ich bzw. meine Band Tender Buttons schon gegen so ziemlich alles verstoßen haben. Wurden trotzdem noch nicht von der Straße verwiesen, verhaftet oder eingesperrt. Letzters hätte ich mir ja schon oft für diese Panflöten-Vollplayback-Show gewünscht, die die Königstraße besser beschallt, als jedes Schlossplatz Event. Aber irgendwo scheint es hier noch ein Schlupfloch zu geben. Nun gut, uns hat es ja wie gesagt auch noch nicht erwischt.

Grundsätzlich positiv finde ich ja schon mal, dass man in Stuttgart weder eine Genehmigung braucht, noch Gebühren zu entrichten hat (Schaut euch mal die Straßenmusik-Regelungen in Konstanz an – dagegen ist in Stuttgart Anarchie geduldet)!

Interessant wirds nun aber doch, wie ich gerade dem Faltblatt mit dem Titel “Liebe Straßenmusikanten!” (fünfsprachig auf deutsch, englisch, französisch, spanisch und auch russisch) entnehmen konnte:

“In der Fußgängerzone der Innenstadt darf an folgenden Stellen musiziert werden:

  • Fußgängerzone untere Königstraße, Höhe Gebäude 3
  • Fußgängerzone untere Königstraße, zwischen Marquardt-Bau (Gebäude 22) und Commerzbank (Gebäude 9)
  • Schloßplatz, neben der Freitreppe
  • Schloßplatz beim Fahnenrondell
  • Fußgängerzone obere Königstraße bei den Glasdächern (zwischen Gebäude 27 und 46)
  • Fußgängerzone obere Königstraße beim Abgang zur Stadtbahnhaltestelle Stadtmitte (Gebäude 45)
  • Marienstraße Höhe Kleine Königstraße
  • Kronprinzstraße Ecke Büchsenstraße neben dem Brunnen”

Muss ich gleich mal auf Google Mail checken. Aber jetzt kommt’s:
“Es darf immer nur zur vollen Stunde, jeweils eine halbe Stunde lang musiziert werden (also z. B. von 11 bis 11.30 Uhr, von 12 bis 12.30 Uhr usw.). Zwischen 14.30 und 16 Uhr darf nicht musiziert werden.”Wenn wir also um 19:09 beginnen, kommt die Polizei? Weiter: “Nach jeder Pause ist der Standplatz zu wechseln.” Ich wechsle dann den Platz mit dem Gitarristen. Die Sängerin tauscht mit dem Kontrabassisten. OK, oder? Ups – hätt ich nicht verraten dürfen, denn: “Gruppen von mehr als drei Personen dürfen nicht musizieren.” Also ein Dreiergrüppchen bilden und die Sängerin auf die andere Straßenseite stellen.

“Die Benutzung besonders lauter oder störender Musikinstrumente ist nicht erlaubt; dies gilt vor allem für

  • Blechblasinstrumente (Trompete, Posaune)
  • Schlagzeuge und ähnliche Rhythmusinstrumente
  • Dudelsackpfeifen

Ich empfehle noch ein generelles Blockflöten-Verbot in der Vorweihnachtszeit! “Lautverstärker sowie Tonübertragungsgeräte aller Art dürfen nicht benutzt werden.” Ich werde demnächst mal bei Saturn einen kompetenten Mitarbeiter nach “Tonübertragungsgeräten” fragen. Gibt’s das dort als Rubrik? “Lautverstärker” klingt auch süß.

Dann heißt es noch, dass bei Nichtbeachtung die Polizei einschreiten wird.

Das Faltblatt “Straßenmusikanten” könnt ihr hier runterladen: Straßenmusikanten (PDF – 2,8 MB)